~Ende von Kapitel 5~

Ich hob ab. Am anderen Ende der Telefonleitung meldete sich kein geringerer, als mein Schatz. Mir stiegen jetzt wieder Tränen in die Augen, als ich Bills sanfte Engelsstime wieder nur hören konnte. Er berichtete mir nämlich, das Tokio Hotel bereits gesund und heil in Moskau angekommen waren. Durch seine Stimme hindurch hörte ich jedoch auch eine sehr tiefe Sehnsucht und Traurigkeit. Was war nur los mit Bill? Hatte er etwa die Schnauze endgültig voll von seiner eigenen großen Karriere, die ihm bereits zu Füßen lag?Dem Anschein nach ja.Wäre David da bloß nicht im Weg- dachte ich. Dann würden Bill und ich endlich eine eigene Familie gründen.Jenes war jedenfalls mein größter Wunsch gewesen.Dies sollte aber vorerst nicht an die Öffentlichkeit geraten.Nachdem ich mich nach einer guten Stunde von meinem Schatzi verabschiedet habe,legte ich mein Handy bei Seite und mich aufs Bett.Mir wurde erst jetzt wieder richtig klar, das eine Person von uns stets am falschen Ort gewesen ist. Wieso musste diese Person aber stets ich sein?! Warum konnte ich Bill und die anderen nie auf ihren ganzen Tourneen durch halb Europa bloß begleiten?Was hielt mich hier in Duisburg überhaupt noch auf? Zur Schule ging ich wegen Tokio Hotel sowieso längst nicht mehr auch wenn es meine Ma so wollte. Die Werkkiste, die ich zurzeit besuchte, wurde mir,nachdem ich Bill kenn- und liebengelernt hatte, sowieso gleichgültig.Was hinderte mich also daran mit den Jungs um die Welt zu touren? Oder sollte ich viel lieber fragen,wer? David Jost,aber natürlich!! Er konnte mich nie richtig leiden. Der Hass, welchen David mir stets entgegen brachte, war gößer, als er selbst gewesen. Nie hätte ich es jemals für möglich gehalten, das mich ein Mensch so dermaßen verabscheuen würde, obwohl ich von meinem Umfeld schon einiges gewohnt war.Mir lag auch nicht besonders viel daran, das der Manager meiner absoluten Lieblingsrockgruppe mich mochte. So verstrichen Tage, Wochen und am Ende sogar Monate ohne ein jegliches Zeichen von Bill.
Selbst den letzten Jahreswechsel musste ich alleine feiern,worauf ich nun wirklich gar keine Lust hatte und so kam bald mein Lieblingsmonat und der Tag an dem ich meinen 22. Geburtstag feierte,nämlich der 23.2.2008. Hoffentlich musste ich diesen nicht auch noch ohne Bill komplett alleine verbringen.Ich hielt nämlich diese riesige Sehnsucht nach meinem Schnuckel kaum mehr noch aus und hatte deswegen auch diese vielen Kratzspuren.

26.2.07 10:50, kommentieren

1.11

~Kapitel 5~

Und nun sitze ich wieder hier.In meinem Zimmer in der finstersten Ecke irgendwo in Duisburg.Erinnere mich somit an den tränenreichsten Abschied meines Lebens.Von meinen vier Jungs natürlich.Zuerst von Gustav.Bei dem Braunäugigen hatte ich genauso eine große Schwäche gezeigt,wie später bei Bill.Tränen flossen in riesigen Mengen.Danach kam Georg an die Reihe.Es spielte sich genau dasselbe Szenario ab wie bei Gustav,denn ich hatte den Bandältesten total in mein Herz geschloßen.Zum Schluß kamen die Twins dran.Zuerst Tom.Er drückte mich so derbst fest an sich,das ich fast gar keine Luft mehr bekam,während ich in sein übergroßes T-Shirt schlurzte.Jetzt musste ich die bitterste der vier Pillen schlucken und mich so kurz und schmerzlos von Bill verabschieden,wie es nur ging.
Damit belog ich mich nur selbst,denn ich wusste von Anfang an,das es nicht ging.Sekundenlang lagen wir beide uns gegenseitig in den Armen.Bill flüsterte mit seiner zuckersüßen Stimme:,,Ich werde an dich denken und dich derbst vermissen,meine Shadow."Danach hatte uns David leider auseinander gerißen,denn es war ihm viel wichtiger seine vielen Termine pünktlich einzuhalten,als zwei Menschen,die sich aufrichtig und innig liebten.Dieser Mann war zumindest in meinen Augen kein guter Mensch gewesen.
Aber vielleicht dachten viele der weiblichen Anhängerinnen von Tokio Hotel in dieser Hinsicht änlich wie ich?Die vier Magdeburger stiegen jetzt jedenfalls in ihren schwarzen Tourbus und ich sah ihnen solange nach,bis sie an der nächsten Straßenecke verschwunden waren.Irgendwann machte ich mich auf den Weg nach Duisburg-zurück in mein altes Leben ohne Bill Kaulitz aus Liotsche.Hier hielt mich wirklich nichts mehr-auch nicht das Hotel,welches Bill für uns zwei gebucht hatte.Meine Ma freute sich nicht besonders mich zu sehen.Das beruhrte übrigens auf Gegenseitigkeit,denn ich war auch nicht besonders glücklich darüber wieder zuhause zu sein.Die meiste Zeit über tat ich rein gar nichts-außer auf meinem Bett zu liegen und zu weinen.Mein Handy zeigte überhaupt keine Reaktion.Mein Leben erschien mir vollkommen sinnlos.Stunde für Stunde fiel ich nun in ein sehr tiefes schwarzes Loch,aus dem es keinen Ausweg gab.Machte mich auf den Weg in die Küche,als es schon ganz dunkel war und meine Ma bereits seit einigen Stunden schlief.

11.2.07 14:34, kommentieren

In dieser Hinsicht war ich nämlich nicht besonders kämpferisch gewesen.Nach einiger Zeit kam mein Schatz frisch und top gestylt aus dem Bad herraus. Dennoch hatte Bill jetzt einen sehr traurigen Blick im Gesicht. Er war wohl von der bevorstehenden Situation,die uns beide schon in wenigen Sekunden erwartete genauso geknickt wie ich selbst.Wie in den Momenten zuvor fing Bill an zu singen.In dem Lied verarbeitete der schwarzhaarige Sänger all seine Trauer,Wut und den Schmerz der bevorstehenden Trennung.Ich kannte den Songtext in-und auswendig. Es war ,,Hilf mir fliegen" halt nur a-cappella gesungen. Mir rannen bereits die Tränen übers Gesicht. Bei diesem gefühlvollen Lied weinte ich eigentlich immer,egal ob ich ihn nun live von Bill oder nur auf CD hörte.Der Song berührte mich und mein Herz halt immer wieder aufs Neue.Plötzlich hörten wir wieder Toms Stimme von draußen.Er schien ziemlich verärgert zu sein:,,Bill,jetzt beeil dich mal ja!David reißt uns die Köpfe ein,wenn wir nicht bald unten sind!"
Bill schien dies jedoch vollkommen zu überhören,denn er schaute mir in diesem Augenblick tief in meine Augen und somit auch in mein Herz hinein.Vollkommene Leere erfüllte nun meine Seele und nahm immer mehr Besitz von meinem schwachen Körper.Bill war mein einziger Zufluchtsort und jetzt wurde mir dieser von David und diesem Produzententeam für derbst lange Monate einfach so gegen meinen Willen weggenommen.

11.2.07 14:33, kommentieren

1.10

Bill sah nämlich mega lustig aus. Er schleckte sich nun über seine beiden Mundwinkel und meinte dann zu uns beiden:,,Was guckt ihr beide mich so komisch an,hä?" Darauf antworteten wir beide natürlich sofort mit einem lauten Lachflash.Nachdem dieser vorbei war, wandte sich Bill nun an seinen älteren Zwilling Tom:,,Na Bruderherz?!Was gibt es?" Dieser schaute ihn dann an und erwiderte simpel:,,David meinte, wir sollten in fünf Minuten schon am Van sein, da unser Flug nach Moskau sehr früh schon startet.Dort wartet das wirklich große Geld auf uns, Bill."
,,Welches unser Produzententeam für uns dann abkassiert."sagte der Schwarzhaarige nun etwas gereizt. Dann schaute er wieder zu mir rüber. Wieder dieser Blick.Voller Sehnsucht und purer Einsamkeit. Den,den ich so sehr bei meinem Schnuffelchen hasste und gleichzeitig so sehr liebte, war nun wieder da.
,,Tom, würdest du uns wieder bitte alleine lassen."bat ich nun den Gitarristen.Ohne jeglichen Protest ging dieser aus dem Zimmer.Ich wandte mich nun an Bill, indem ich ihn ganz zärtlich in meine Arme schloß. Jetzt hatte sie also geschlagen, die Stunde, vor der ich am meisten Angst hatte,nämlich die des Abschieds.Keiner von uns beiden war jetzt in diesem Augenblick dazu fähig, ein Wort zu sprechen.
Bill wusste ganz genau über meine jetztigen Gedanken und Gefühle Bescheid.Ohne ein jegliches Wort mehr drüber zu verlieren,schlüpfte der schwarzhaarige Sänger nun ins Bad.Dennoch wusste ich bereits genau,was gerade in Bill vorging. Er war der Typ Mensch,der nicht sehr gerne über seine Gefühle sprach,genauso wie ich.Lieber zog er sich zurück und verfasste das,was er dachte und fühlte in wunderschöne Songs.Diese Leidenschaft hatte ich vor kurzem auch bei mir entdeckt.Ich verfasste meine Gedanken und Gefühle für den Frontmann von Tokio Hotel in eigenen Geschichten,die ich selbst schrieb.Oft träumte ich auch von der großen Schriftstellerei,doch wer würde schon meine Bücher kaufen?Irgendwann gab ich meinen Traum dann auch auf.

11.2.07 14:32, kommentieren

1.9

Ich wollte einfach nicht, dass Bill geht. Wollte nicht wieder tage- und nächtelang ohne ihn sein und in dieser puren Einsamkeit immer weiter gnadenlos versinken, die mich während dieser Zeit immer traf. Dennoch wusste ich, dass ich Bill nicht von seiner Musik abhalten konnte. Das wollte ich zudem auch gar nicht. Tokio Hotel machten für mich die wundervollste Rockmusik auf Erden. Schon allein dieser Sound war einzigartig, den die vier Magdeburger auf der Bühne stets präsentierten.
Diese Klänge wollte ich nun nie mehr missen. Sie waren zu meinem einzig frohen Lebensabschnitt geworden. Ein neuer Tag brach also nun für mich an der Seite von Bill Kaulitz an. Was für Pläne hatte der schwarzhaarige Frontmann wohl heute wieder mit mir? Jedenfalls war er, als ich meine Augen aufschlug nicht mehr in seinem Bett. Komisch- denn sonst war der Schwarzhaarige stets der Langschläfer von uns gewesen. Ich schaute mich um. Wo war mein Herzensbrecher nur gewesen?
Plötzlich öffnete sich die Tür und der Frontmann betrat mit einem riesigen Frühstückstablett den Raum. Er platzierte das Tablett direkt vor meiner Nase und ich schien meinen eigenen Augen nicht mehr trauen zu können, denn neben diesen ganzen Leckereien lag doch tatsächlich eine langstielige blutrote Rose. Typisch Bill- dachte ich in diesem Augenblick nur. Dass er so ein großer Romantiker war, faszinierte mich sehr an ihm. Bills Mystik eroberte mein Herz Stück für Stück.
Heute war ich an der Reihe Bill zu füttern. Damit wechselten wir uns stets ab. Zuerst aber brauchte die Rose Wasser, um nicht zu verwelken. Ich kümmerte mich stets gerne um Pflanzen und um Tiere. Bill hingegen sah mir derbst gerne dabei zu und eilte mir stets zu Hilfe, wann immer ich diese auch benötigte.
Jetzt stellte ich Bills unerwartetes Geschenk neben unserem großen Hotelbett in einer Vase hin.
,,Schatz?! Musst du morgen wirklich schon auf Tour?“ Dabei sah ich Bill nicht in seine engelshaften Augen. Konnte es in diesem Moment einfach nicht und drehte meinen Kopf reflexsartig von ihm weg. Tränen bahnten sich nun ihren Weg über meine Wangen. Ich wollte einfach nicht, dass Bill mich weinen sah. Immerhin war ich diejenige stets gewesen, die Bill und den anderen Jungs von Tokio Hotel Mut machte, wenn es eine Krise zu bewältigen gab.
Der Schwarzhaarige merkte natürlich sofort, dass mit mir irgendetwas nicht stimmte. Er stand auf. Drehte meinen Körper mit einem sanften Schwung zu sich rüber. Sah mir dann auch direkt in meine wohl sehr verweinten Augen.
,,Shadow! Es steht dir überhaupt nicht, wenn du weinst. Jenes ruiniert nur dein hübsches Gesicht.“ Danach drückte Bill mich einfach so an seine Brust. Ich hörte nun sein Herz regelmäßig schlagen. Gemeinsam und im Bett genossen wir nun das Frühstück, welches Bill vorhin so herzhaft auf dem Tablett serviert hatte.
Plötzlich klopfte es an unserer Zimmertür. Schon am Klopfgeräusch erkannte ich, dass es sich um Tom handeln musste, denn nur er veranstaltete einen solchen Lärm schon am frühen Morgen. Während ich regelrecht aus dem Bett sprang, um Tom die Tür zu öffnen, verspeiste Bill das letzte Stück Brötchen mit Marmelade. Als ich mit dem älteren Kaulitz- Twin kurze Zeit später zurückkam, musste ich furchtbar grinsen. Bill hatte nämlich um seinen ganzen Mund herum Marmeladeflecken. Tom musste in diesem Augenblick auch total schmunzeln.

6.2.07 17:39, kommentieren

1.8

~Kapitel 4~

 

Die Sonne ging bereits auf, als wir wieder voneinander ließen. Bill hob mich hoch und trug mich den ganzen Weg bis oben ins Hotelzimmer auf seinen Armen zurück. Dort angekommen machten wir da weiter, wo wir im Meer aufgehört haben. Da Bill stets eine sehr kreative Ader hatte, holte er eine Flasche besten Champanier aus der Minibar. Den verteilte er dann überall auf meinem Körper. Die Stellen, auf denen der hochprozentige Alkohol jetzt prickelte, leckte Bill Stück für Stück ab. Davon bekam ich richtige Hummeltitten.

Bill war vollkommen anders als sein Macho-Zwilling. Jenes machte ihn für mich und für tausende von Mädels, die ihn immer noch anhimmelten, obwohl sie wussten, das er sein Herz bei mir, einem dunklen Wesen aus der Stadt Duisburg nieder gelassen hatte zu etwas ganz Besonderem.

Die graue Alltagswelt schien jetzt im Augenblick vollkommen bedeutungslos zu sein. Wir genossen einfach unser Beisammensein. Mir schien es so, als würde es noch Jahre dauern, bis Tokio Hotel wieder auf ihre große Welttour gehen würden, obwohl ich schon längst wusste, dass jene Vorstellung niemals stimmte. Der Flieger der vier Magdeburger ging  schon übermorgen. Jenes stimmte mich total trüb.

3.2.07 12:48, kommentieren

1.7

In meiner Familie war Bill Kaulitz zu dem meist gehassten Menschen überhaupt geworden. Wenn es nach meiner allzu ,,lieben“ Mutter ginge, mit der ich schon seit meiner Geburt zusammen lebte, dann könnte ich mir gar keine Poster von Bill und Tokio Hotel aufhängen. Meine Mom stand meinem Glück immer im Weg. Jetzt, wo ich mit dem schwarzhaarigen  Sänger meiner Nummer. 1- Band wirklich zusammen gekommen bin, nur noch mehr als je zuvor. Bill passte einfach nicht in ihr Schema einer sauberen und sorgenfreien Welt. Mir war jenes vollkommen gleichgültig. Bill war halt der Mann meiner kühnsten Träume gewesen. Mit tränenfeuchten Augen betrachtete ich nun das weite Meer vor uns. Es schien mir jetzt all meine Sehnsüchte zu nehmen. Bill rückte näher an mich ran, um mich zu wärmen. Er legte seinen Kopf auf meine Schulter. Wir waren uns in diesem Augenblick so richtig nah. Niemand störte uns. Immerhin war das hier ein Privatstrand der Tokio- Boys gewesen. Plötzlich drehten sich unsere Köpfe automatisch zueinander.

,,Bill, ich…“. Weiter kam ich jedoch nicht, denn der Glanz von Bills rehbraunen Augen hinderte mich daran. Ich liebte diesen Jungen so dermaßen, das ich bereit wäre, für ihn mein eigenes Leben zu lassen. In mir kribbelte es jetzt ganz dolle. Es war wieder soweit- einer dieser sehr romantischen Momente zwischen Bill und mir. Der Schwarzhaarige wusste so ziemlich genau, wo ich meine Schwachstellen hatte.

Wild begann er jetzt damit mich an genau diesen besagten Stellen zu küssen. In diesem Moment schmolz ich bereits dahin wie Butter in der heißen Sonne. Mir war so unglaublich warm in diesem Augenblick. Bill bedeckte meinen noch nicht frei gemachten Körper mit feurigen Küssen. Würde es gleich also wieder einmal passieren? So wie es aussah wohl ja. Wir waren jetzt total wild und scharf aufeinander.

Bill drückte mich nun sanft ins kühle Nass. Schaute mich dabei total verliebt an. Ich schaute genauso zurück. Jetzt erst befreite der Frontmann mich von meinen durchnässten Klamotten. Die Sterne und der Mond waren scheinbar unsere einzigen Zeugen gewesen. Wie ich die Kuscheleinheiten in einigen Tagen bereits sehr vermissen würde. Aber Bill musste leider stets seiner Berufung folgen, nämlich der Musik, die bei ihm schon immer an erster Stelle stand.

3.2.07 12:09, kommentieren