1.9

Ich wollte einfach nicht, dass Bill geht. Wollte nicht wieder tage- und nächtelang ohne ihn sein und in dieser puren Einsamkeit immer weiter gnadenlos versinken, die mich während dieser Zeit immer traf. Dennoch wusste ich, dass ich Bill nicht von seiner Musik abhalten konnte. Das wollte ich zudem auch gar nicht. Tokio Hotel machten für mich die wundervollste Rockmusik auf Erden. Schon allein dieser Sound war einzigartig, den die vier Magdeburger auf der Bühne stets präsentierten.
Diese Klänge wollte ich nun nie mehr missen. Sie waren zu meinem einzig frohen Lebensabschnitt geworden. Ein neuer Tag brach also nun für mich an der Seite von Bill Kaulitz an. Was für Pläne hatte der schwarzhaarige Frontmann wohl heute wieder mit mir? Jedenfalls war er, als ich meine Augen aufschlug nicht mehr in seinem Bett. Komisch- denn sonst war der Schwarzhaarige stets der Langschläfer von uns gewesen. Ich schaute mich um. Wo war mein Herzensbrecher nur gewesen?
Plötzlich öffnete sich die Tür und der Frontmann betrat mit einem riesigen Frühstückstablett den Raum. Er platzierte das Tablett direkt vor meiner Nase und ich schien meinen eigenen Augen nicht mehr trauen zu können, denn neben diesen ganzen Leckereien lag doch tatsächlich eine langstielige blutrote Rose. Typisch Bill- dachte ich in diesem Augenblick nur. Dass er so ein großer Romantiker war, faszinierte mich sehr an ihm. Bills Mystik eroberte mein Herz Stück für Stück.
Heute war ich an der Reihe Bill zu füttern. Damit wechselten wir uns stets ab. Zuerst aber brauchte die Rose Wasser, um nicht zu verwelken. Ich kümmerte mich stets gerne um Pflanzen und um Tiere. Bill hingegen sah mir derbst gerne dabei zu und eilte mir stets zu Hilfe, wann immer ich diese auch benötigte.
Jetzt stellte ich Bills unerwartetes Geschenk neben unserem großen Hotelbett in einer Vase hin.
,,Schatz?! Musst du morgen wirklich schon auf Tour?“ Dabei sah ich Bill nicht in seine engelshaften Augen. Konnte es in diesem Moment einfach nicht und drehte meinen Kopf reflexsartig von ihm weg. Tränen bahnten sich nun ihren Weg über meine Wangen. Ich wollte einfach nicht, dass Bill mich weinen sah. Immerhin war ich diejenige stets gewesen, die Bill und den anderen Jungs von Tokio Hotel Mut machte, wenn es eine Krise zu bewältigen gab.
Der Schwarzhaarige merkte natürlich sofort, dass mit mir irgendetwas nicht stimmte. Er stand auf. Drehte meinen Körper mit einem sanften Schwung zu sich rüber. Sah mir dann auch direkt in meine wohl sehr verweinten Augen.
,,Shadow! Es steht dir überhaupt nicht, wenn du weinst. Jenes ruiniert nur dein hübsches Gesicht.“ Danach drückte Bill mich einfach so an seine Brust. Ich hörte nun sein Herz regelmäßig schlagen. Gemeinsam und im Bett genossen wir nun das Frühstück, welches Bill vorhin so herzhaft auf dem Tablett serviert hatte.
Plötzlich klopfte es an unserer Zimmertür. Schon am Klopfgeräusch erkannte ich, dass es sich um Tom handeln musste, denn nur er veranstaltete einen solchen Lärm schon am frühen Morgen. Während ich regelrecht aus dem Bett sprang, um Tom die Tür zu öffnen, verspeiste Bill das letzte Stück Brötchen mit Marmelade. Als ich mit dem älteren Kaulitz- Twin kurze Zeit später zurückkam, musste ich furchtbar grinsen. Bill hatte nämlich um seinen ganzen Mund herum Marmeladeflecken. Tom musste in diesem Augenblick auch total schmunzeln.

6.2.07 17:39

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